Arganöl gegen Akne

Wirkung gegen Akne & Pickel

Author

Dr. Lisa Dinh

Lesedauer: 5:37 min

Letzte Änderung: 21.01.2020.

Unreine Haut, Akne und Pickel sind weit verbreitet und treten am häufigsten in der Pubertät durch die hormonelle Umstellung auf. Aber auch Erwachsene können davon betroffen sein. Dabei unterscheidet man verschiedene Formen, angefangen bei unreiner Haut und Pickeln bis hin zu eitrigen Entzündungen.

Für die Behandlung von Akne werden häufig Antibiotika, Vitamin-A-Präparate und Hormone eingesetzt. Alle Behandlungsformen können mit Arganöl unterstützt werden und auch darüber hinaus angewendet werden.

Formen der Akne

Man unterscheidet mehrere Formen der Akne:

  • Akne vulgaris (gewöhnliche Akne mit Mitessern und entzündeten Pickeln)
  • Akne conglobata (mit eitrigen Hautknoten, Entzündungen und bleibenden Narben)
  • Kontaktakne (verursacht durch Medikamente, Kosmetika und Lebensmittel)
  • Mallorca-Akne (eine Entzündung durch die Kombination aus UV-Licht, Salzwasser und fettiger Sonnencreme)
  • Akne Rosacea (Altersakne meist nach dem 40. Lebensjahr)

Eine starke Akne muss medizinisch, am besten vom Hautarzt, behandelt werden, um eitrige Entzündungen und Narbenbildung zu verhindern.

Wie entsteht Akne?

Wie entsteht Akne Unsere Haut besteht aus vielen Hautporen, kleinen Vertiefungen mit feinen Härchen in der Mitte, an deren Wurzeln sich Drüsen, die sogenannten Haarfollikel, befinden. Diese produzieren Talg, der an die Hautoberfläche abgegeben wird. Dort bildet er einen öligen Film, der die Haut vor Austrocknung und Aufnahme schädlicher Stoffe schützt.

Wenn der Körper zu viel Talg produziert, und die Talgdrüsen wachsen lässt, ist bei der häufigsten Form der Akne, der Akne Vulgaris das männliche Hormon Testosteron verantwortlich. Der Talg vermischt sich mit alten Hautschuppen an der Hautoberfläche und der Ausgang der Talgdrüse verstopft. In diesem Stadium sind weiße und schwarze Knötchen, die sogenannten Mitesser an der Hautoberfläche sichtbar.

Für das Aknebakterium (propionibacterium acnes), einem Keim, der sich wie viele andere Keime auf unserer Hautoberfläche befindet, ist die Mischung aus Talg und alten Hautschuppen der ideale Nährboden. Er verursacht eine eitrige Entzündung in der Talgdrüse, sichtbar als eitriger Pickel. Bei einer sog. Akne conglobata können sich außerdem eitrige Knoten bilden und nach dem Abheilen bleibende Narben entstehen.

Die anderen Keime auf der menschlichen Haut zerkleinern mit Hilfe von Enzymen den überschüssigen Talg und schaffen so ideale Bedingungen für die weitere Vermehrung der Aknebakterien. Laut einer Göttinger Studie greifen diese auch Hautzellen an, die in der Folge absterben und so bei der Wundheilung zu bleibenden Vertiefungen oder erhöhtem Narbengewebe führen.

Bei einer Akne rosacea, die meist erst nach dem 40. Lebensjahr auftritt und in drei verschiedenen Phasen verläuft, erweitern sich die Blutgefäße und färben die umliegende Haut rötlich, später entstehen kleine Pusteln, dann eitrige Knoten und Verdickungen im Bindegewebe. Die Ursachen sind bis heute nicht geklärt, man vermutet jedoch, dass chemische Stoffe, Alkohol, Nikotin und Stress eine Rolle spielen.

Behandlung von Akne

Behandlung Akne Für die Behandlung von Akne setzen Fachärzte u.a. Antibiotika ein, die die Talgproduktion verringern indem sie die Talgdrüsen verkleinern und Aknebakterien abtöten. Mit Vitamin A-Säure werden Verhornungen abgelöst und die Talgproduktion reduziert.

Bei dieser Behandlung darf eine Frau jedoch nicht schwanger sein, da es sonst zu Missbildungen des Kindes kommen könnte. Bei erwachsenen Frauen verschreiben Fachärzte in manchen Fällen auch die Antibabypille, deren Gehalt an Östrogen und Progesteron die männlichen Hormone hemmt. Für Männer kommt diese Behandlung jedoch nicht in Frage.

Für die Hautpflege bei Akne werden oft intensive Lotionen empfohlen, die alle Keime abtöten, die Haut jedoch noch mehr austrocknen und den natürlichen Lipidmantel der Haut zerstören. Die Talgproduktion nimmt dadurch weiter zu. Es entstehen feine Risse an der Hautoberfläche, über die wieder neue Keime eindringen können. Die Haut wird also noch anfälliger für neue Keime.

Alle Behandlungsarten für alle Formen von Akne können sehr gut mit Arganöl ergänzt werden. Das Öl ist nicht komedogen, d.h. es verstopft die Poren nicht und verursacht auch keine neuen Mitesser. Arganöl bremst die überschüssige Talgproduktion und reguliert den Feuchtigkeitshaushalt der Haut. Es wirkt antimikrobiell und lindert Entzündungen, regt das Zellwachstum an und regeneriert angegriffene Hautzellen. Somit unterstützt es gleichzeitig die Wundheilung und hilft die Entstehung von Narben zu vermeiden.

Die orale Einnahme von Arganöl ( 2 - 3 EL täglich) kann bei allen Formen sehr nützlich sein, da Arganöl den Hormonhaushalt und das Verdauungssystem ins Gleichgewicht bringt.

Man kann Arganöl auch gut mit Jojobawachs mischen, das ebenfalls günstige Effekte auf alle Formen der Akne hat. Es verlängert auch die Haltbarkeit des Arganöls.

Anwendung von Arganöl

Anwendung bei Akne Die tägliche Pflege der Haut ist für Akne-Patienten ein sehr wichtiges Thema. Wenn Sie bisher mit intensiven Hautreinigern und Peelings gearbeitet haben, sollten Sie diese durch milde Produkte ersetzen, die keine chemischen Konservierungs- und Parfümstoffe enthalten. Reinigen Sie Ihre Gesichtshaut vorsichtig ohne zu reiben und zu schrubben.

Verwenden Sie für die Reinigung sterile Wundkompressen oder weiche Baumwolltücher, die Sie in Kamillentee eintauchen und damit die Haut vorsichtig abtupfen. Trocknen Sie die Haut vorsichtig und verteilen Sie dann das Arganöl mit den Fingerspitzen auf dem Gesicht und massieren Sie es mit kreisenden Bewegungen in die Haut ein. Die Haut ist danach gut versorgt, spannt nicht und fühlt sich auch nicht ölig an. Verwenden Sie nur 100 % reines, natives Arganöl!

Erfahrungen mit Arganöl bei Akne

Erfahrungen bei Akne Bei Akne ist das Bedürfnis nach einer intensiven Reinigung sehr stark und der Gedanke, dass Öl für fettige Haut und eitrige Pickel nicht gut sein könne, drängt sich auf! Probieren Sie es trotzdem mit Arganöl! Es kann zwar ein bis zwei Wochen dauern bis sich die Haut auf die neue Behandlung mit Arganöl umstellt, doch die Talgproduktion normalisiert sich und die Haut beruhigt sich.

In wenigen Fällen reagiert Ihre Haut mit einer kurzzeitigen Erstverschlimmerung wie Juckreiz oder Hautrötungen, wenn Sie starke Reinigungsmittel absetzen. Aber nach ein bis zwei Wochen lässt diese Reaktion nach. Mit der gleichzeitigen oralen Einnahme von Arganöl erreicht man möglicherweise eine schnellere Verbesserung des Hautbilds, da das Öl den Hormonhaushalt ausgleicht.

Narben und Flecken

Erfahrungen bei Akne Wer an einer schweren Akne mit Knötchenbildung leidet, sollte einen Facharzt aufsuchen, um bleibende Narben zu vermeiden. Narben können entstehen, wenn bei der Wundheilung Zellen geschädigt werden und es zu einem Gewebeverlust kommt, meistens sichtbar als tieferliegende Mulden. Es können aber auch höher liegende Wülste entstehen, die sich bei der Wundheilung aus minderwertigem Hautgewebe mit unterschiedlicher Struktur bilden.

Um schon im Vorfeld die Entstehung von dauerhaften Narben zu vermeiden, sollte die Haut während einer bestehenden Akne täglich gepflegt werden, um sie weich und elastisch zu erhalten. Am besten eine milde Reinigung und eine sanfte Massage mit Arganöl. Das fördert die Durchblutung hält die Wundränder weich und bewahrt die Haut vor Austrocknung.

Wenn bereits Narben nach einer Akneerkrankung entstanden sind, können Sie mit der täglichen Anwendung von Arganöl allenfalls gemildert werden. Je nach Schweregrad kann ein Facharzt mit einer Schälkur oder Abschleifen der obersten Narbenschicht mehr erreichen.

In vielen Fällen bleiben nach einer Akne auch Hautrötungen oder Flecken mit einer dunkleren Farbnuance zurück, die nach einigen Jahren verschwinden. Sie können aber den Zeitraum verkürzen, wenn Sie die Haut täglich für ein paar Minuten mit Arganöl pflegen. Die vermehrte Blutzirkulation beschleunigt immer die Heilung und die enthaltenen Stoffe fördern die Kollagenbildung und die Regeneration der Haut. Verwöhnen Sie Ihre Haut zusätzlich 2 - 3 mal pro Woche für eine halbe Stunde mit einer Maske aus 1 Tl Arganöl, 1 Tl Mandelöl, 1 TL Jojobaöl und 1 Tl Heilerde, die Sie nur mit warmen Wasser wieder abspülen.