Arganöl zum Kochen
Arganöl zum Essen / als Nahrungsmittel

Author: Dr. Lisa Dinh
Datum: 14.05.2020
Lesezeit: 6:14 min

Wer bereits Marokko besucht hat und die schmackhafte Küche kennengelernt hat, weiß auch um den typisch nussigen Geschmack des Arganöls, der Salaten, Gemüse- und Auflaufgerichten die exotische Note verleiht.

Viele Gerichte, ob Suppen, Salate, Eintöpfe oder Süßspeisen können mit Arganöl ganz einfach in köstliche Gourmetgerichte verwandelt werden. Arganöl ist nicht nur Genuß, sondern gleichzeitig Medikation. Schon die Amazigh, die Ureinwohner Marokkos, die seit Jahrhunderten Arganöl zum Kochen verwenden, schätzen es nicht nur wegen seines typischen Geschmacks sondern auch wegen seiner bioaktiven Inhaltsstoffe. Auch die positive Wirkung für Haut, Haare und Wundheilung war ihnen durchaus bekannt. Seit Ende der 90er Jahre beschäftigen sich Wissenschaftler weltweit mit der Wirkung auf die Gesundheit und konnten nachweisen, dass der regelmäßige Verzehr von Arganöl u.a. vor Herzkreislauf-Problemen und hohem Cholesterin schützt und für einen ausgewogenen Hormonspiegel vor allem bei Frauen in und nach der Menopause sorgt.

Innere Anwendung - Nahrungsergänzung

Wenn Sie sich vorgenommen haben, Arganöl nicht nur äußerlich anzuwenden, sondern auch von der positiven Wirkung der inneren Anwendung zu profitieren, sollten Sie 1 - 3 Eßlöffel pro Tag über einen längeren Zeitraum einnehmen. Natürlich können Sie die tägliche Dosis vor dem Verzehr auch über Gemüse, Salate und Aufläufe geben und den wundervollen Geschmack des Öls genießen. Gute Medizin muss eben nicht bitter sein!

Wenn Sie den Geschmack des puren Arganöls nicht mögen, können Sie Arganöl genauso gut in Form von Kapseln einnehmen. Auch für unterwegs sind sie eine gute Lösung. Allerdings ist der Preis, verglichen mit dem Preis für Argan-Speiseöl deutlich höher. Denn in 60 Kapseln sind nur ungefähr 40 Gramm des Arganöls enthalten.

Wirkung

Arganöl besteht zu etwa 80 Prozent aus ungesättigten Fettsäuren, die eine entscheidende Rolle für gesunde Zellen spielen, aus denen letztlich Haut und Haare entstehen. Diese Fette dienen unseren Zellen als natürliche Befeuchter, ohne die körpereigenen Mechanismen zu stören.

Braten & Kochen

Arganöl ist ein “must” in der marokkanischen Küche - viele typische Gerichte werden mit Arganöl verfeinert. Es ist aber auch Bestandteil der ganz einfachen Küche: In Marokko tunkt man das Brot zum Essen in das pure Öl. Dafür wird ausschließlich das Speiseöl aus den gerösteten Kernen des Arganbaums verwendet. Der Geruch erinnert an Nüsse und passt zu deftig-scharfen Gerichten genauso gut wie zu Süßspeisen.

Mit Arganöl können auch europäische Gerichte wie ein einfaches Gemüse, Reis-, Kartoffel-, Nudelauflauf, Gemüsesuppen, Risottos und kalte Speisen wie Salate, Dips und Soßen verfeinert werden. Das Öl sollte erst nach dem Kochen, kurz vor dem Verzehr über Gemüse, und Beilagen wie beispielsweise Kartoffeln, Couscous, Bulgur und Buchweizen verteilt werden. Bei Salaten und Rohkost kann es der Salatsoße beigemischt oder direkt über den essfertigen Salat verteilt werden. Für Rohkost und Gemüsesaft ist Öl zur Entfaltung des Beta-Carotins, vor allem wenn Karotten enthalten sind, notwendig. Dafür genügt schon eine ganz kleine Menge.

Mit Arganöl kann man auch braten, da es bis auf 250 Grad erhitzt werden kann. Allerdings ist das wertvolle Öl fast zu schade dafür und verliert beim Anbraten oder Erhitzen viele seiner positiven Inhaltsstoffe. Alternativ kann man es aber in einem Dampfgarer verwenden, in dem positiven Inhaltsstoffe erhalten bleiben, sowohl vom Arganöl als auch von den anderen Zutaten. Siehe küchen-welt.com.

Arganöl - geröstet oder ungeröstet?

Der exotisch, nussige Geschmack entsteht beim Rösten der Samen vor der Pressung und macht die typische Note des marokkanischen Speiseöls aus. Man kann es aber nicht nur zum Verfeinern von Speisen verwenden. Es eignet sich auch als Nahrungsergänzung, bei der Sie 1 - 3 Eßlöffel pro Tag einnehmen. Sie können das Speiseöl auch als Haut- und Haaröl verwenden, wenn Sie der nussige Eigengeruch nicht stört.

Bei Arganöl zur Verwendung in der Kosmetik werden die Kerne vorher nicht geröstet. Da für kosmetisches Öl der Schälvorgang maschinell durchgeführt wird und Reste der Schale an den Samen hängen bleiben, hat kosmetisches Öl oft einen bitteren Geschmack und ist deshalb nicht als Speiseöl geeignet. Wenn Sie Arganöl nur äußerlich zur Haut- und Haarpflege verwenden wollen, können Sie kosmetisches Arganöl kaufen. Für den Verzehr kaufen Sie natives, 100% Arganöl in Reformhäusern, gut sortierten Supermärkten oder Feinkostläden und natürlich im Internet.

Sollte das Öl ranzig oder unangenehm riechen, dann handelt es sich vielleicht nicht um 100 % reines Arganöl oder es wurde möglicherweise falsch oder zu lange gelagert. Arganöl ist bei kühler, dunkler Lagerung ungefähr zwei Jahre haltbar, danach wird es ranzig und ist nicht mehr zum Verzehr geeignet.

Inhaltsstoffe von 100 ml Arganöl

Arganöl enthält kein Eiweiß, kein Cholesterin und keine Kohlehydrate. Der Energiewert beträgt 900 kcal/3700 kJ. Es besteht zu 100 % Fett.

100 gFett davon:
19 ggesättigte Fettsäuren
47 geinfach ungesättigte Fettsäuren
34 gmehrfach ungesättigte Fettsäuren:
46 mgÖlsäure oder Oleinsäure
34 mgLinolsäuren

Alle enthaltenen Fettsäuren halten die Blutfettwerte niedrig, die Cholesterinwerte konstant und zudem den Organismus stabil zur Abwehr freier Radikale. Das Geheimnis des Arganöl in seiner Wirkung liegt demnach auch an seinem ausgewogenen Mischungsverhältnis in den Fettanteilen!

Von den ungesättigten Fettsäuren sind Linolsäure und Oleinsäure (Omega-9-Fettsäure) die wichtigsten Inhaltsstoffe:

Linolsäure, einer der wirkungsvollsten Anti-Aging-Inhaltsstoffe, sorgt für strahlende Haut und glänzende Haare, hilft bei entzündlichen Hautprozessen wie Akne, Psoriasis und bei dunklen Hautverfärbungen (Hyperpigmentierung).

Oleinsäure, hat einen positiven Einfluss auf das HDL, das "gute Cholesterin" und das Gesamtcholesterin, weshalb bei regelmäßigem Verzehr das Herzinfarktrisiko sinkt. Es senkt den Blutdruck und schützt vor Demenz, indem es die Nervenleitfähigkeit verbessert und erhält. Die stark antioxidative Wirkung unterstützt reife und trockene Haut und macht es für Anti-Aging-Produkte interessant. In der Haarpflege leistet das Öl gute Dienste bei trockenem Haar und Spliss, sowie bei Schuppen und trockener, juckender Kopfhaut.

Weitere Inhaltsstoffe und deren Wirkung auf unseren Körper

Provitamin A ein roter Naturfarbstoff, der auch in anderen Gemüse- und Obstsorten vorkommt, nennt man auch Beta-Carotin. Es fängt und vernichtet freie Radikale und regt das Zellwachstum an. Der Körper kann Vitamine nicht selbst herstellen. Durch die Aufnahme von Provitamin A, kann der Körper Vitamin A herstellen.

Tocopherole - Vitamin-E Vitamin E, oder Tocopherol, wird nur von Pflanzen hergestellt und kommt nur in Pflanzenölen in so hoher Konzentration vor. Es stärkt das Immunsystem, schützt vor Entzündungen, schädlichen Umweltgiften und verlangsamt den Alterungsprozess. Es verhindert Herz-Kreislauf-Erkrankungen, fördert die Durchblutung, senkt die Blutfettwerte und den Blutdruck, wie die in Marokko durchgeführten Studien von 2004 und 2005 belegen. Es ist der Schmierstoff für unsere Gelenke, erhält die Venenelastizität und sorgt für eine bessere Verdauung.

die Phytosterine Schottenol und Spinasterol Diese seltenen Stoffe werden in weltweiten Studien genauer erforscht. Sie reduzieren im Körper die Bildung von Cholesterin und sollen vor Brust- und Prostatakrebs schützen. Schottenol soll in der Lage sein Prostata-Krebszellen zu vernichten. Spinasterol soll das Zellwachstum und die Zellerneuerung anregen. Studien, die das belegen stehen aber noch aus.

Polyphenole mit antioxidativer Wirkung Polyphenole schützen wie die bekannten Radikalfänger Vitamin C, E und Beta-Carotin, unsere Zellen und sind darüber hinaus entzündungshemmend. Man vermutet, dass sie vorbeugend gegen Herzinfarkt, Tumore und Makula-Degeneration wirken. Sie haben regulierenden Einfluss auf den Hormonhaushalt und lindern Beschwerden der Menopause.

Flavonoide mit antibakterieller und antifungizider Wirkung Flavonoide sind Pflanzenpigmente, die Früchten Farbe und Geschmack geben. Sie vernichten Bakterien und Pilze auf der Haut. Quercetin mit antimikrobieller und zellschützender Wirkung. Quercetin hat ähnlich wie Vitamin A,C und E antioxidative Eigenschaften und wirkt als Radikalfänger.

Squalen, ein Triterpen Squalen ist Bestandteil des Hydrolipidfilms unserer Haut und kommt auch im Blutserum vor. Es schützt die Haut vor Austrocknung und macht sie geschmeidig und weich. Squalen wirkt außerdem anregend auf unser Immunsystem.

Seit den 90 er Jahren wurden viele Studien durchgeführt, die sich mit der Wirkung des Arganöls und seiner Inhaltsstoffe befassen. Obwohl Arganöl im Vergleich zu anderen Ölen eher durchschnittlich abschneidet, belegen die Studien des deutschen Wissenschaftlers Dr. Peter Schleicher die 30 - 50 Prozent höhere antioxidative Wirkung gegenüber Olivenöl. Dr. Peter Schleicher, “Die heilende Wirkung des marokkanischen Goldes Argan-Öl”, München 2013